Jagdwesen

Jagen und gejagt werden ist ein ehernes Prinzip der Natur, das die Evolution vorantreibt. Nur der Fitteste wird überleben. Diese Regel gilt nicht nur im Bereich der Fauna, wo das Fressen und Gefressenwerden in der Regel spektakulärer abläuft als bei Pflanzen. Auch in der Flora kommt es zum Fressen, Beispiel Venusfliegenfalle oder Sonnentau, oder zum Be- oder Verdrängen anderer Pflanzen, Beispiel Würgefeige im Urwald oder Fäulnispilze ubiquitär.

Was leben will, muss auf der Jagd nach Lebensgrundlage sein. Nichts anderes tat auch der Mensch während seiner gesamten Entwicklungsphase. Mag sein, dass diese Tatsache so manchem "zivilisierten" Erdbewohner in seiner vollen Tragweite nicht so bewusst ist, weil er sich selbst nicht mehr auf diese Jagd begibt, sondern genau genommen nur noch dafür bezahlt. Es ist auch viel bequemer, gefahrloser und billiger die "Lebens-Mittel" beim Discounter zu besorgen.

Steinzeitmenschen trieben blanker Hunger und Not zur Jagd, ohne dass sie Rücksicht auf Nachhaltigkeit nahmen oder nehmen konnten. Sie erbeuteten, was sie kriegen konnten und waren durchaus schon fähig Tierpopulationen bis an den Rand der Ausrottung zu dezimieren.

Bei sieben Milliarden Menschen sind solche Jagdmethoden nicht mehr vertretbar. Über die vielen Jahrtausende hinweg entwickelte sich eine ganz andere Jagdkultur, die dem Prinzip der Nachhaltigkeit den unbedingten Vorrang gab und geben musste. Umso mehr, da die modernen Jagdwaffen ein absolutes Chancen-Ungleichgewicht zwischen Jäger und Beute schufen.

Es ist unser gutes Recht, die Natur zu nutzen. Es ist ebenso unsere Pflicht, die Natur nicht zu übernutzen. In diesem Sinn haben wir unsere heutigen Jagdmethoden ethischen Prinzipien unterzuordnen.

Nicht alles, was machbar ist, kann auch erlaubt sein. Aus diesem Grund gibt es bei uns in Deutschland Jagdgesetze, die alles, was mit Jagd zu tun hat, sinnvoll zu regeln versuchen.

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